Wie Open Data zur Förderung digitaler Innovationen beitragen kann!

Daten sind einer der wichtigsten Rohstoffe der digitalen Zukunft. Mit einer gezielten Öffnung von Datenbeständen können wir beachtliche Innovationspotentiale für Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erschließen. Konkret geht es uns um das Potential all jener Datenbestände, die proaktiv im Interesse der Allgemeinheit der Gesellschaft ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden. Dieser Zugang erfolgt idealtypisch über digitale Medien und das Internet, in offenen Formaten und unter offenen Lizenzen, die eine maschinelle Verarbeitung und einen freien Gebrauch erlauben.

Die Bundesrepublik Deutschland hat mit Unterzeichnung der G8 Open Data Charter dieses Potential anerkannt. Mit ihrem Nationalen Aktionsplan strebt sie an, Daten künftig offen zu veröffentlichen, deren Qualität und Quantität substantiell zu verbessern, deren Wiederverwertung sicherzustellen und deren Erschließung so zu steuern, dass sich das Regierungs- und Verwaltungshandeln verbessert und dass in allen Bereichen zu Innovationen angespornt wird.

Bund, Länder und Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft müssen sich nun die Frage stellen, welchen Beitrag sie zum Nationalen Aktionsplan Open Data leisten wollen. Zugleich werden wir Antworten liefern müssen, wie Politik, Verwaltung, Unternehmen und Bürger in einer offenen und transparenten Umwelt arbeiten, entscheiden, lernen und leben wollen. Wie wollen wir dies gestalten? Wie und wo müssen wir uns auch schützen?

Erforderlich ist eine Geschäftsfeldentwicklung rund um Open Data. Gemeinsam gilt es das wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und kulturelle Potential offener Daten prosperierend zu erschließen und zu entwickeln, um den internationalen Anschluss nicht zu verlieren. Einzurichten sind koordinierende Stellen mit angeschlossenen Inkubatoren und Open Data-basierte Ideenwettbewerben zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Zudem müssen offene Daten in der Bildung verankert werden. Datenkompetenz ist ein wichtiger Bestandteil der Medienkompetenz. Medienpädagogische Strategien und Lehrpläne sind um Open Data, Big Data, Smart Data und weiterreichende Ansätze der Datenwissenschaften zu erweitern. Da eine Öffnung bisher verschlossener Datenbestände für viele Betroffene einen Kulturwandel bedeutet, gilt es diese Veränderungen angemessen zu begleiten.

Kommentare (2)

  1. stk
    stk am 04.12.2015
    Ich bin ein wenig irritiert, dass das digitale Ehrenamt in diesem Text keine Rolle zu spielen scheint. Was ist mit den Feldern, die zwar dem Wohle der Allgemeinheit zutraeglich sind, aber gerade deswegen bislang nicht beackert wurden, weil sich aus ihnen kein Geschaeftsmodell entwickeln laesst?
  2. Marvin Ludwig
    Marvin Ludwig am 21.12.2015
    Dem großen Begriff "Stuttgarter Erklärung" fehlt der motivierende Part. Formulierungen wie "müssen sich nun die Frage stellen", "Einzurichten sind", "gilt es" verbreiten nicht gerade Aufbruchstimmung. Dabei hat gerade Stuttgart Nachholbedarf in innovativen Zukunftsthemen. Angriff ist die beste Verteidigung sollte das Motto lauten. "Stuttgart stellt bis 2018 alle Daten als Open Data zur Verfügung.", das wäre eine Erklärung. Und es wäre, wie ich in der aktuellen brand eins lese, nicht einmal sehr innovativ, Helsinki ist schon an diesem Punkte angelangt.

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